WM Oslo | ÖSV-Herren-Staffel landet auf Platz vier

11036625 782962761813734 2108814060415665194 nÖsterreichs Herren-Staffel hat bei der Biathlon-WM in Oslo den undankbaren vierten Platz belegt. Nach insgesamt zehn Nachladern und einer Strafrunde fehlten dem ÖSV-Quartett Sven Grossegger, Simon Eder, Julian Eberhard und Dominik Landertinger im Ziel 31,1 Sekunden auf Bronze. Gold ging wie bereits bei den Damen an Gastgeber Norwegen. Die Mannschaft mit Ole Einar Björndalen, Tarjei Bö, Johannes Thingnes Bö und Emil Hegle Svendsen setzte sich am Holmenkollen 11,5 Sekunden vor Deutschland durch. Bronze holte überraschend das Team aus Kanada (+23,4 sec.).

*** Rennverlauf ***

Österreichs Startläufer Sven Grossegger begann mit einer fehlerlosen Liegend-Serie. Im Stehend-Anschlag konnte der 28-jährige Salzburger mit drei Nachladern gerade noch eine Strafrunde verhindern und übergab schließlich als 15. an seinen Landsmann Simon Eder. Der Rückstand auf die führenden Deutschen betrug zu diesem Zeitpunkt 32,1 Sekunden. Der Einzel-Bronzemedaillengewinner benötigte liegend eine Zusatzpatrone, machte dank guter Lauf- und gewohnt schneller Schießleistung aber Sekunde für Sekunde auf die Spitze gut. Im Stehendanschlag gelang dem 33-jährigen Routinier eine fehlerlose Serie. Trotz einer gebrochenen Skispitze brachte Eder Österreich zurück auf Medaillenkurs und übergab schließlich als Vierter an Julian Eberhard. Der 29-jährige Salzburger nahm das Rennen nur 7,3 Sekunden hinter den führenden Norwegern in Angriff. Nach zwei Nachladern im Liegenschießen platzte beim sechsten Schießen leider frühzeitig Österreichs Medaillentraum. Julian Eberhard musste im Stehendanschlag eine Strafrunde in Kauf nehmen und verlor dadurch wertvolle Zeit. Am Ende übergab Eberhard als Vierter an Dominik Landertinger. Der Rückstand auf den späteren Weltmeister Norwegen betrug allerdings schon 1:08 Minuten, jener auf einen Podestplatz 33,6 Sekunden. Schlussläufer Dominik Landertinger zeigte mit nur einem Nachlader im Stehendanschlag ein gutes Rennen. Aufgrund der Tatsache, dass die führenden drei Nationen vorne nichts mehr anbrennen ließen, kam Österreich aber nie mehr in die Nähe der erhofften Medaille. Am Ende überquerte Landertinger als Vierter, 53,5 Sekunden hinter Weltmeister Norwegen, die Ziellinie.

*** Stimmen ***

Sven Grossegger: „Ach Gott, ich hatte so die Nähmaschine. Liegend hat es gut gepasst und auch für das Stehendschießen hatte ich ein gutes Gefühl. Doch dann fingen die Oberschenkel an zu zittern. Ich war froh, dass ich mit den Nachladern noch alle Scheiben runterholen konnte. Es war ein total hektisches Rennen, mit vielen zum Teil unnötigen Positionskämpfen. Ich habe versucht mich da so gut wie es geht rauszuhalten und mich auf mein eigenes Rennen konzentriert."

Simon Eder: „Die Staffel ist mental immer heftig, weil für das gesamte Team so viel dran hängt. Vor dem Start war ich richtig euphorisch, weil ich mich so auf das Rennen gefreut habe. Am Schießstand habe ich konzentriert gearbeitet und zwei gute Serien abgeliefert. Am Anfang der zweiten Runde ist mir leider ein Missgeschick passiert. Ich bin irgendwo dagegen gefahren, dabei ist mir die Skispitze gebrochen. Bei den Abfahrten habe ich dadurch zwar etwas verloren, aber ein Skiwechsel hätte noch mehr Zeit gekostet."

Julian Eberhard: „Ich habe versucht kontrolliert in das Rennen zu starten, um den Fokus auf das Liegendschießen zu legen, was mir auch ganz gut gelungen ist. Stehend habe ich keinen Rhythmus gefunden und musste Schuss für Schuss hart erkämpfen. Ich habe dann all meine Energie noch einmal in die Schlussrunde gelegt, um den Rückstand möglichst gering zu halten."

Dominik Landertinger: „Mein Rennen war in Ordnung, aber leider war nicht mehr zu holen. Wie ich zum letzten Schießen hingefahren bin, hat der Kandier gerade souverän einen Nuller geschossen. Da habe ich gewusst, dass die Medaille weg ist. Läuferisch hätte es gut gepasst und im Zielsprint konnte ich noch den vierten Platz verteidigen. Der vierte Platz ist zwar eine gute Leistung, bei einer WM will man aber natürlich eine Medaille. Die anderen waren heute einfach besser, das muss man so sagen. Jetzt heißt es morgen noch einmal voll angreifen."

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